Immobilienmarkt erholt sich: Preise steigen wieder

Immobilienmarkt erholt sich: Preise steigen wieder

Nach der deutlichen Preiskorrektur im Jahr 2023 zeigt der deutsche Immobilienmarkt erste Erholungstendenzen. Im ersten Halbjahr 2024 sind die Preise für Wohnimmobilien bundesweit um knapp zwei Prozent gestiegen. Die Talsohle scheint durchschritten zu sein.

Die Erholung hat mehrere Gründe. Die Bauzinsen haben sich nach den Höchstständen von über vier Prozent auf einem Niveau zwischen 3,0 und 3,6 Prozent stabilisiert. Gleichzeitig steigen die Löhne, was die Kaufkraft stärkt. Vor allem aber fehlt es an Neubau: Mit nur rund 252.000 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2024 – einem Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – bleibt das Angebot weit hinter dem Bedarf von 320.000 Einheiten jährlich zurück.

In den großen Städten wie München und Frankfurt ziehen die Preise bereits wieder deutlich an, mit Steigerungen von drei bis fünf Prozent. Aber auch in mittelgroßen Städten und ländlichen Regionen stabilisieren sich die Märkte. In Passau zeigt der IVD-CityReport ein moderates Anziehen der Kaufanfragen und Verkaufsabschlüsse. Die Phase der starken Käufermärkte neigt sich damit langsam dem Ende zu.

Für Verkäufer ist das eine gute Nachricht: Die Preisvorstellungen müssen nicht mehr so deutlich nach unten korrigiert werden wie noch vor einem Jahr. Gut erhaltene und energetisch zeitgemäße Immobilien finden wieder zügiger einen Käufer. Allerdings zeigt sich auch: Immobilien mit hohem Sanierungsbedarf oder schlechter Energieeffizienzklasse werden weiterhin mit Abschlägen gehandelt.

Für Käufer bedeutet die Erholung, dass das Fenster für besonders günstige Konditionen sich langsam schließt. Wer eine passende Immobilie findet, sollte nicht zu lange zögern – die Zeiten der großen Preisnachlässe gehen zu Ende.