Baugenehmigungen steigen wieder: Wende am Wohnungsmarkt?

Erstmals seit drei Jahren steigt die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen wieder. Von Januar bis Oktober 2025 wurden rund elf Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Ist das die erhoffte Trendwende am Wohnungsmarkt?
Die Zahlen geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Nachdem die Baugenehmigungen 2024 mit einem Rückgang von knapp 17 Prozent einen Tiefpunkt erreicht hatten, zeigt die Kurve nun wieder nach oben. Der Bundestag hat im Oktober 2025 den sogenannten Bauturbo beschlossen, der Genehmigungsverfahren beschleunigen und Bauvorschriften vereinfachen soll. Zudem stehen den Ländern von 2025 bis 2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung.
Dennoch warnen Experten vor überzogenen Erwartungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert für 2025 nur rund 235.000 Fertigstellungen – weit unter dem Bedarf von 320.000 Wohnungen jährlich. Zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung vergehen im Schnitt über zwei Jahre. Die jetzt genehmigten Wohnungen werden also frühestens 2027 oder 2028 bezugsfertig sein. Die Wohnungsknappheit wird uns noch einige Jahre begleiten.
Für Käufer bedeutet das: Trotz der positiven Signale bleibt der Markt für Bestandsimmobilien eng. Die steigende Nachfrage und das begrenzte Angebot stützen die Preise. Wer eine geeignete Immobilie findet, sollte nicht darauf spekulieren, dass durch mehr Neubau die Preise sinken werden – das ist auf absehbare Zeit unrealistisch.
Für Verkäufer sind die Rahmenbedingungen weiterhin günstig: Die strukturelle Unterversorgung sorgt für eine stabile Nachfrage nach Bestandsimmobilien. Besonders energetisch sanierte Objekte in guten Lagen werden auch in den kommenden Jahren gefragt bleiben.