Heizungsgesetz wird Gebäudemodernisierungsgesetz: Was sich für Eigentümer ändert

Das Kabinett hat am 13. Mai eine umfassende Reform des Heizungsgesetzes beschlossen. Statt der strikten 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht beim Heizungstausch kommt ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz, das ab 1. Juli 2026 das bisherige GEG ablöst. Was bedeutet das konkret für Hausbesitzer und Verkäufer?
Der wichtigste Punkt: Öl- und Gasheizungen bleiben weiterhin erlaubt. Bislang galt, dass beim Einbau einer neuen Heizung mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen müssen. Diese feste Quote entfällt mit der Reform. Stattdessen setzt die Bundesregierung auf Technologieoffenheit – jedes effiziente Heizsystem darf weiter eingebaut werden, sofern es zur Gebäudesituation passt. Für viele Eigentümer, die in den letzten Jahren mit der Planung eines Heizungstauschs gezögert haben, bringt das mehr Flexibilität.
Für Neubauten in Neubaugebieten bleibt die 65-Prozent-Regel allerdings bestehen. Wer also ein neues Haus baut, kann nicht einfach auf eine Gasheizung zurückgreifen. Auch bestehende Förderungen für Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarthermie laufen weiter, allerdings mit einem leicht reduzierten Budget: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde im Haushalt 2026 von 15,3 auf 11,96 Milliarden Euro gekürzt. Wer eine Sanierung plant, sollte die Förderanträge frühzeitig stellen, bevor das Kontingent ausgeschöpft ist.
Spannend wird die Lage für Verkäufer. Eine veraltete Gasheizung war in den vergangenen Jahren ein klares Verkaufshindernis – Kaufinteressenten haben die anstehenden Modernisierungskosten direkt vom Kaufpreis abgezogen. Mit der neuen Technologieoffenheit verliert dieser Druckpunkt zumindest etwas an Schärfe. Trotzdem bleibt ein gut gedämmtes Haus mit moderner Heiztechnik klar im Vorteil: Energieeffizienz wird auch unter dem neuen Gesetz transparent gemacht – über den ab Mai 2026 ohnehin neuen EU-Energieausweis mit der Skala A bis G.
Für unsere Kunden in Passau und der Region heißt das: Wer 2026 verkaufen möchte, sollte den Zustand der Heizung dokumentieren, vorhandene Wartungsnachweise zusammenstellen und überlegen, ob eine moderate energetische Verbesserung den Verkaufspreis hebt. Wir analysieren mit Ihnen gemeinsam, welche Maßnahmen sich aktuell lohnen – und welche Sie sich getrost sparen können, weil das neue Gesetz die Spielregeln gerade ändert.