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Aktuelle News und Tipps rund um Immobilien, den Immobilienmarkt, Energieeffizienz und mehr.
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Am 11. Juni 2026 hat der EZB-Rat die Leitzinsen erstmals seit September 2023 wieder angehoben — um 25 Basispunkte. Die Einlagefazilität (DFR), der heute maßgebliche Leitzins, steht damit bei 2,25 %. Der Schritt war von den Märkten weitgehend erwartet und entsprechend vorab eingepreist. Trotzdem markiert er geldpolitisch eine Wende: nach gut zweieinhalb Jahren Senkungen + Pause kommt der Zins-Kurs wieder von unten.
2,25 %
Einlagefazilität nach Beschluss vom 11.06.2026
Quelle: EZB-Pressemitteilung 11.06.2026
3,2 %
Inflationsrate Euroraum, Mai 2026 (Schätzung)
Quelle: EZB-Pressekonferenz Lagarde, 11.06.2026
| Zinssatz | bisher | seit 11.06.2026 |
|---|---|---|
| Einlagefazilität (DFR) | 2,00 % | 2,25 % |
| Hauptrefinanzierungsgeschäfte (MRO) | 2,15 % | 2,40 % |
| Spitzenrefinanzierungsfazilität (SFR) | 2,40 % | 2,65 % |
Quelle: EZB-Pressekonferenz vom 11.06.2026.
Die EZB nennt zwei Gründe — beide sind miteinander verwoben:
1. Energiepreis-Schock. Der Iran-Konflikt und die damit verbundene Unsicherheit über Energie- und Lieferketten haben die Preise wieder nach oben getrieben. Die EZB hat ihre Inflationsprognose deutlich nach oben revidiert:
| Jahr | Inflations-Prognose 11.06.2026 | vorher (März 2026) |
|---|---|---|
| 2026 | 3,0 % | 2,6 % |
| 2027 | 2,3 % | 2,0 % |
| 2028 | 2,0 % | 2,1 % |
2. Asymmetrisches Risiko. Lagarde sagte in der Pressekonferenz explizit: „Die Risiken für den Inflationsausblick sind aufwärts gerichtet, die Risiken für die Wachstumsaussichten abwärts." Mit anderen Worten: die EZB rechnet auch nach der angehobenen Prognose damit, dass die Inflation eher zu hoch ausfällt als zu niedrig.
Lagarde nannte den Schritt eine „maßvolle Reaktion" — kein Beginn eines aggressiven Straffungszyklus, sondern eine gezielte Antwort auf den Energiepreis-Schock.
Kurzfristig: erstaunlich wenig. 10-jährige Baufinanzierungen liegen weiterhin bei rund 4 %, an einigen Stellen leicht darüber. Der Grund: der Markt hatte die Zinserhöhung bereits eingepreist. Die Renditen deutscher Bundesanleihen — auf denen sich die Konditionen für Hypothekendarlehen letztlich bauen — haben in den Tagen vor dem Beschluss bereits angezogen.
Mittel- bis langfristig ist allerdings spürbarer Druck zu erwarten. Höhere Refinanzierungskosten für Banken landen mit einigen Wochen Verzögerung in den Konditionen. Wer in der zweiten Jahreshälfte 2026 finanziert, sollte mit 3,8–4,3 % kalkulieren — je nach Bonität und Eigenkapital. Top-Konditionen für sehr solide Akten dürften noch unter 3,8 % zu bekommen sein, aber die Spannweite verbreitert sich.
Die Lage in Passau Mitte 2026 ist von zwei gegenläufigen Kräften geprägt:
Stütze: Die strukturelle Wohnungsknappheit ist nach wie vor da. Das Pestel-Institut beziffert die Lücke Ende 2024 auf 1,4 Mio. Wohnungen bundesweit; die niedrigen Fertigstellungszahlen 2025/26 ändern daran wenig. Wer in Passau ein gut sanierten Bestand verkauft, hat weiterhin Käuferpool.
Dämpfer: Bei jedem 25-Basispunkte-Schritt nach oben fällt eine Käufergruppe aus dem Markt — typischerweise diejenigen, die am Limit kalkuliert haben. Wer 2025 bei 3,4 % gerade noch durchkam, schafft 4,3 % oft nicht mehr ohne Rückzug bei Lage oder Größe.
Konkrete Folgen, die wir in unserer Vermittlungspraxis erwarten:
Die EZB hat sich bewusst nicht festgelegt. Lagarde betonte, dass weitere Schritte „datenabhängig" entschieden werden. Der nächste planmäßige Sitzungstermin ist die Septembersitzung 2026 — bis dahin werden die Sommermonate-Inflationsdaten den Markt prägen.
Konsens-Erwartung der Banken nach dem 11.06.: ein bis maximal zwei weitere 25-BP-Schritte über die nächsten 6–9 Monate sind möglich, aber kein Zurück zum 4-%-Niveau von 2023.
Für Käufer und Verkäufer in Passau heißt das pragmatisch: planen Sie mit Bauzinsen um 4 %, nicht mit Hoffnung auf 3 %. Wer das realistisch tut, kommt in beiden Marktphasen — Käufer wie Verkäufer — weiter als wer auf eine Trendwende wartet.

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